die Zielgruppe ändert sich

Zunächst einmal die Antwort auf die Frage: Warum ändert sich eine Zielgruppe überhaupt?

Es wird wahrscheinlich nicht allzu häufig vorkommen, aber so 1-2x innerhalb deiner Selbständigkeit kannst du durchaus damit rechnen, dass du neben diversen anderen Stellschrauben auch bei deiner Zielgruppe etwas anpassen wirst.

Denn du veränderst dich, dein Leben und deine Lebensumstände verändert sich, der Markt und dein Business verändert sich. Und damit auch deine Positionierung und eben auch deine Zielgruppe.

Das ist völlig normal und hat nichts damit zu tun, dass du zu Beginn vielleicht eine falsche Zielgruppe festgelegt hast.

Das allerdings könnte durchaus ein weiter Grund sein. Gerade wenn du am Anfang stehst, arbeiten wir oft mit einer theoretischen Zielgruppe. Du hast (hoffentlich) festgelegt, wie deine Zielgruppe tickt und ein paar demografische Faktoren mit berücksichtigt. Aber aufgrund fehlender Erfahrung waren dir vielleicht einige Ausschlusskriterien noch nicht ganz klar (lies hierzu diesen Artikel (“Zielgruppe definieren”)

Du siehst, die Zielgruppe kann und wird sich ändern. 

Jetzt ist die große Frage, wie du deine Positionierung diesbezüglich anpasst, ohne dein Gesicht zu verlieren. Denn genau das ist es, was viele befürchten.

Was ist, wenn sich meine vorhandene Zielgruppe dann gar nicht mehr angesprochen fühlt?

Was, wenn sie sogar richtig beleidigt ist und absolutes Unverständnis zeigt?

Was macht zum Beispiel eine Kundin von mir, die einen erfolgreichen Youtube Kanal für Nähe in Beziehungen aufgebaut hat, die sich aktuell NUR an Frauen richtet? Weil es bei Beziehungen immer um beide geht, möchte sie sich zukünftig auch an die Männer wenden. (Sie hatte exakt die oben stehenden Befürchtungen.)

Es gibt zwei Varianten, wie du zunächst einmal deine aktuelle Zielgruppe von deinem Kurswechsel informieren kannst:

Auf die harte Tour

Informiere deine aktuelle Zielgruppe einfach, dass sich in Zukunft etwas bei dir ändert. Erzähle genau, was auf sie zukommt und berichte wenn du möchtest, warum es zur Änderung gekommen ist.

Ich persönlich empfehle immer den Satz:

”Auch wenn sich hier demnächst einiges ändert, darfst du gerne bleiben. Wenn die Gruppe, (die Mails, die Inhalte…) nicht mehr zu dir passen, kann ich das gut verstehen und bin dir nicht böse, wenn du gehst ( dich austrägst, nicht mehr dabei bist…)“

So oder so ähnlich kannst du es auf allen Kanälen kommunizieren. Gerne auch mehrfach über einen gewissen Zeitraum hinweg, denn nicht immer bekommen es alle beim ersten Mal mit. Sie sollen sich ja nicht wundern.

Diese zackige Variante ist immer dann sinnvoll, wenn es schnell gehen muss. Wenn du entweder das Gefühl hast, JETZT muss eine Änderung her. Oder wenn die passenden Produkte oder Beratungen schon in der Schublade liegen. Vielleicht bist du bereits im Hintergrund leicht umgeschwenkt und nicht nur die Produkte, sondern auch die neue Zielgruppe sitzt schon in den Startlöchern…

Wenn der richtige Zeitpunkt da ist, nutze ihn. Du wirst sehen, die meisten deiner Kunden, Leser, Interessenten wird es dir gar nicht übel nehmen, dass sich etwas ändert. Viele sind nämlich deinetwegen da. Egal, ob du neben Frauen jetzt auch Männer frisierst, coachst, fotografierst oder sonstwie unterstützt.

(Wir reden hier ja nicht von einem kompletten Kurswechsel, sondern von einer angepassten Zielgruppe. Wobei die Exit-Strategien dann ähnlich sind.)

Zielgruppe ändern

Fließender Übergang

Zur etwas softeren Variante rate ich immer dann, wenn dir die Sache noch nicht ganz so klar ist und wenn du Bedenken hast, ob es wirklich (diese) eine neue Zielgruppe sein soll.

In dem Fall kannst du mit Specials starten, die sich nur an die neue Zielgruppe richtet. Schaffe ein kleines Test-Produkt, bringe es nur für einen bestimmten Zeitpunkt auf den Markt und schaue, wie die Reaktionen sind. 

Erstens fällt es der aktuellen Zielgruppe nicht so stark auf – für sie ändert sich ja nichts, weil dein Angebot wie üblich bleibt.

Zweitens kannst du sehen, wie gut das Produkt bei der neuen Zielgruppe ankommt. Sieh es erst mal nur als Test, gar nicht so sehr als Änderung. Das nimmt den Druck, dass sich das neue Produkt an die neue Zielgruppe gleich gut verkaufen lassen muss.

Und drittens kannst du unbemerkt einen Rückzieher machen, falls es doch nicht so läuft wie erhofft. Es war ja nur eine einmalige Sonderaktion…

Bei einer Änderung der Zielgruppe ist allerdings zu beachten, dass eine komplett andere Zielgruppe nicht so einfach zu erreichen ist wie die, die du schon seit längerem “bearbeitest”. Aber auch das ist kein Ding der Unmöglichkeit. Was kannst du tun?

  • Such dir Kooperationspartner, die in der anvisierten Zielgruppe schon ein Standbein haben und bitte sie, dein spezielles Angebot zu teilen. 
  • Eventuell kannst du auch mit bezahlten Anzeigen gezielt an die neue Zielgruppe etwas nachhelfen.

In beiden Fällen kann es natürlich zu etwas Verwirrung und vielleicht sogar Unverständnis kommen. Der Start – so oder so – kann etwas holprig werden – muss er aber nicht! Aber ist das bei Veränderungen nicht oft so? Du hast ja einen triftigen Grund, warum du bei der Zielgruppe nachjustieren möchtest. Lass dich also nicht von Anfangshürden abhalten, nimm Dinge nicht persönlich, sondern denke an die Zukunft mit deinen neuen idealen Lieblingskunden!

Nichts ist beständiger als der Wandel.

Heraklion
0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.