Positionierung als Coach

Als Coach positionieren – 5 Tipps

Dich als Coach zu positionieren, fällt dir schwer? Warum das so ist und wie du damit am besten umgehen kannst, habe ich hier schon einmal aufgegriffen

In diesem Artikel geht es darum, warum du dich als Coach NICHT auf Glaubenssätze, Blockaden lösen, Potenzialentfaltung oder Persönlichkeitsentwicklung positionieren solltest. 

Ebenso wenig wie auf WingWave, Instant Change oder The Work. 

Und noch weniger als systemischer Coach, Personal Coach oder Life UND Business Coach!

Was du auch definitiv vermeiden solltest ist Coach für Frauen, für Führungskräfte oder für gestresste Selbständige (oder ähnlich Verallgemeinerungen in Hinsicht auf die Zielgruppe)

Wenn du auf diese 5 Punkte achtest, läuft deine Positionierung als Coach deutlich besser:

  1. Deine Nische (oder wie ich es nenne: dein Thema)
  2. Deine Persönlichkeit
  3. Unterschiede hervorheben
  4. Zielgruppe sehr klar umreißen! 
  5. Corporate Identity (Design oft als Branding verstanden; Kommunikation & Sprache und Verhalten) 

Dein Thema 

Ja, wir steigen gleich beim schwersten ein. Die schlechte Nachricht ist, dass du da sowieso durch musst, die gute – danach wird es einfacher.

Wie findest du also nun dein Thema? Ich gehe davon, dass du schon eine Zeit lang selber darauf herum denkst. Und mein erster Tipp lautet: Nimm das naheliegendste

Oft arbeite ich mit Coaches im ersten Call 45 Minuten zusammen und gefühlte 102 Fragen später kommen wir zu einem echt coolen Ergebnis und dann höre ich: “Ja, das habe ich mir auch schon gedacht!” WHAT? Nein im Ernst. Oft ist gar nicht das Finden des Themas das Problem, sondern das Festlegen.

Bin ich gut genug? Gibt es da nicht schon zu viele (möglich, aber dazu weiter unten)? Wie kann ich das am besten rüber bringen (auch ein anderes Thema)? Bezahlen Menschen dafür Geld (es gibt für ALLES eine Zielgruppe)? 

Das sind alles Zweifel, die dein mögliches Thema immer wieder im Hintergrund verschwinden lassen. Aber wenn es auf der Hand liegt, wenn es dich intensiv oder schon lange beschäftigt, ist das ein ziemlich deutlicher Hinweis. 

Solche Themen können sein:

extreme Schlafstörungen, deine Liebe zum Mystischen wie Zahlen, eine besonders gute Ehe, dein Leben mit Zero Waste, immer wieder heftigen Stress mit Autoritätspersonen, eigene oder miterlebte Drogenerfahrungen, ein besonders krasses Eltern-Kind-Verhältnis, Nahtoderfahrungen, Verdauungsprobleme bei Tieren, stressbedingter Haarausfall – du glaubst gar nicht, was für unglaublich spannende Themen ich schon aus Rohdiamanten schleifen durfte.

Oft liegt ein Thema aber auch in Konflikten zwischen zwei Polen:

  • Als Expat zwischen den Kulturen
  • extrem bescheiden erzogen als innere Rampensau
  • introvertiert in einer “lauten” Branche (oder der Online Welt)
  • Sandwich-Kinder, Trennungskinder oder Patchwork-Familien

Wenn du dich auskennst mit speziellem Hin- und Hergerissen, dann könnte dies DEIN THEMA sein.

Und ich wiederhole mich: Du musst dich gar nicht für EIN Thema entscheiden. Du darfst auch ein ÜBERTHEMA aus zwei Dingen erschaffen.

(Kleiner Hinweis am Rande: Ich steige demnächst verstärkt auf Marketing-Gewohnheiten ein. Beides für sich wären einzelne Themen, ich kombiniere sie einfach. Weil ich beides liebe und lebe.)

Deine Persönlichkeit

Du bist besonders laut, leise, groß, liebst veganes Essen, bist an 350 Tagen auf Reisen, noch total “old-school” unterwegs, hast 25 Kilo Übergewicht und liebst jedes Gramm an dir, du liebst alle Menschen (und lebst deshalb in einer Dreier-Beziehung), dein Denglisch ist extrem ausgeprägt (I love it!) – egal, was es ist. JEDER hat etwas Besonderes und warum solltest du nicht der reisende Schlafcoach werden?

Steh zu deinen Ecken und Kanten, zu deinen Stärken, aber auch deinen Schwächen und nutze all das aktiv in deiner Positionierung. Polarisiere und verbinde dich mit Gleichgesinnten. Sei authentisch und einzigartig. Lebe deine Werte, sei Vorbild und Inspiration! Sie machen dich einzigartig.

Unterschiede hervorheben

Hier geht es nahtlos weiter. Such dir 3 Mitbewerber und schreibe dir zu jedem mindestens 30 Unterschiede auf. ALLES, was dir einfällt. Gib nicht auf, bis du genügend zusammen hast! Von Aussehen, über praktische Erfahrung, Ausbildungen, Preisen, Zielgruppe, Formate, Marketing- und Social Media Kanäle, Farbvorlieben, regionale Begebenheiten, Familienstand, Geschlecht, Alter – wirklich alles.

Für dich intern darfst du Dinge KURZ bewerten – das wird wahrscheinlich auch gar nicht ausbleiben (z.B. Kollege ist viel zu billig, oberflächlich, viel größer als ich). Aber gib dem nicht zu viel Bedeutung. Nach außen musst du viele der Dinge auch gar nicht erwähnen. Sie dienen dir der eigenen Klarheit, Optimierungsmöglichkeiten oder der Vorbereitung, falls Kunden damit um die Ecke kommen.

Einige der Unterschiede sind aber durchaus geeignet, um sie möglichst wertfrei auch direkt und immer wieder zu kommunizieren. Jemand bietet nur Jahresprogramme an und das ist dir zu lang? Das wäre ein gutes Unterscheidungskriterium, das der richtigen Zielgruppe die Entscheidung einfach macht.

Ich bin z.B. nicht wirklich geduldig, auf lange Prozesse und nur Zuhören ausgelegt. Das können andere viel besser als ich. Also kommuniziere ich, dass mit mir schnelle Lösungen möglich sind. Ebensowenig arbeite ich oft mit Gründern, weil da neben der Positionierung oft noch ganz andere wichtige Fragen im Raum stehen, mit denen ich gar nichts zu tun haben will. Ergo stelle ich auch das klar.

Finde deine Unterschiede und stelle wichtige nach Außen dar. 

als Coach positionieren

Die Zielgruppe 

Je deutlicher du eine Zielgruppe umschreiben kannst, umso besser ist das. Was aber nicht heißt, dass du dich auf eine sehr sehr sehr kleine konzentrieren solltest, aber eben auch nicht auf eine zu große wie Frauen, Selbständige, zwischen 30 und 50 Jahre alt 

Bsp: 

  • als Kind missbraucht (statt Trauma), 
  • seit mindestens 5 Jahren regelmäßig schlaflos (statt Gedankenchaos), 
  • keine Beziehung länger als 3 Monate (statt wechselnde Partner), 
  • hoher Krankenstand in deiner Firma (mehr als 20 Tage), 
  • mehr als 50 Mitarbeiter und mehr als drei Abteilungen (statt nur Businesscoach)

Die Zielgruppe definiert sich anhand von unterschiedlichen Kriterien:

  1. soziodemografischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund o.a. 
  2. Charaktereigenschaften wie dominant oder empathisch 
  3. Menschen mit dem gleichen Problem

ACHTUNG: Manchmal sind nur Merkmalen aus nur einer dieser Gruppen sinnvoll, oft aus einer kleinen Kombination. Das heißt, dass du NICHT alles kombinieren musst wie Frauen zwischen 30-45, die heute besonders aggressiv sind, weil sie als Kind gemobbt wurden. Oftmals entstehen dann zu viele unterschiedliche Zielgruppen, die du nicht “gleich” ansprechen kannst. Dann lass lieber Merkmale weg.

Corporate Identity

Bei den Unterschieden ist dir sicher schon einiges aus diesem Bereich aufgefallen. Branding Elemente können natürlich auch dazu dienen, dich anders als die Konkurrenz zu positionieren. Über Farben, Formen, Stilelemente wie Schnörkel, Markenzeichen, das oben schon erwähnte Denglisch (also die Sprache), ein extrem respektvoller Umgang oder nachhaltiges Handeln, eine eigene Bildsprache – ach, das alles ist an sich schon ein eigenes und spannendes Thema. Es spielt wie gesagt generell im Business eine große Rolle, bei deiner Positionierung kann es ein ergänzendes Element sein.

Insgesamt ist es also gar nicht so schwer, dich als Coach zu positionieren. Du musst nur den Mut haben, irgendwo zu starten :-).

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