Investitionen ins Business

Ich bin jetzt seit elf Jahren selbständig und heute möchte ich dir die DREI Dinge nennen, in die ich „investiert“ habe und die mich in den jeweiligen Abschnitten meines Geschäftslebens am weitesten gebracht haben.

TOP 1: Investition in meine Kontakte

Ganz zu Beginn meiner Karriere hatte ich ehrlich gesagt vom Unternehmertum keine Ahnung. Fachlich war ich zwar auf der Höhe, aber was es heißt, selbständig zu sein, wusste ich nicht. Zusätzlich war ich gerade in eine neue Stadt gezogen und kannte dort kaum jemanden. Also lag es nahe, mich in ein Business-Netzwerk zu stürzen. So lernt man Menschen kennen und hat gleich Austausch zum Thema Business. Bei mir waren es damals die Wirtschaftsjunioren – einem Wirtschaftsverband junger Unternehmer und Führungskräfte unter 40 Jahren. Ich bin damals zu sämtlichen Netzwerktreffen gegangen, habe mich in den Vorstand wählen lassen und war eigentlich überall mit dabei.

Ich habe in meine Kontakte und in mein Netzwerk investiert.

Und was soll ich sagen, neben dem Erfahrungsaustausch habe ich über dieses Netzwerk auch die ersten Kunden gewonnen. Aus den eigenen Kreisen und durch Empfehlungen. Mein Netzwerk war also das Sprungbrett in eine erfolgreiche Selbständigkeit. Denn gerade zu Beginn ist die Akquisition von Kunden eine der größten Hürden – diese Hürde habe ich dank der Investition in meine Kontakte erfolgreich gemeistert.

Aber macht euch nichts vor, ein gut laufendes Netzwerk bedeutet gleichzeitig auch eine größere zeitliche Investition. Wer sein Netzwerk aufbauen und nutzen will, sollte hier einen Teil seiner Zeit fest einplanen.

TOP 2: Finanzielle Investitionen

Als sich das erste Kind ankündigte, war mir schon klar, dass abendliche Netzwerktreffen mit vorrangig männlichen Kontakten („damals“ waren Wirtschaftsverbände noch sehr männerlästig) sich für mich nicht mehr realisieren lassen. Denn vor allem die Zeit, die ich in das Netzwerk stecken konnte, war plötzlich arg eingeschränkt. Und so musste ich mir etwas anderes einfallen lassen: Ich ging auf Messen und präsentierte mich dort. Das Kind bzw. die Kinder, denn das 2. folgte nach einiger Zeit, wurden über das Wochenende durch den Vater betreut und ich konnte in relativ kurzer Zeit eine große Menge an potentiellen Kunden erreichen. Aber es mussten schon „gute“ Veranstaltungen sein und die kosten! Die Standmiete für ein Wochenende liegt oft bei mehreren Hundert Euro – eine finanzielle Investition, die mich oft beim Ausfüllen des Anmeldeformulars erst einmal schlucken ließ, die sich aber IMMER rentiert haben.

Wer sinnvoll Geld ausgibt, zu dem kommt Geld zurück.

Zum einen glaube ich fest an das Gesetzt der Reziprozität (wechselseitig, hin- und herbewegen) Google das mal, ist hochspannend!

Und zum anderen ist die eine oder andere finanzielle Investitionen eine Investition in dich selbst, du investierst in dein persönliches und berufliches Vorankommen. Der Kauf eines Fachbuches oder eines Online-Kurses, der Besuch eines Workshops oder die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung sind als Weiterbildung eine Voraussetzung, um zukünftig (noch mehr) Geld zu verdienen.

Natürlich muss die Warnung an dieser Stelle erfolgen: Überlege dir gut, wo und wie viel du investierst – manchmal ist das Auge größer als der Magen und man braucht nicht immer alles, was einem gefällt.

TOP 3: Investition „mit Köpfchen“

Nachdem die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, musste und wollte ich mein Business neu aufstellen. Es war quasi ein Neuanfang, denn ich habe zwar in den letzen Jahren immer weiter gearbeitet, aber mit zwei kleinen Kindern nur auf Sparflamme. Ich habe mich spitzer aufgestellt, meine Positionierung überarbeitet und damit einhergehend auch eine neue CI (Corporate Identity) erstellt.

Am Wochenende arbeiten (s.o.) wollte ich nicht mehr, meine Arbeitszeit war auf die Kinderbetreuungszeit ausgerichtet, sprich von 9-15 Uhr in der Woche. Ich hatte so viele Ideen und so wenig Zeit.

Außerdem wollte ich dieses Mal keine großen finanziellen Sprünge machen. Also musst ich klug und strategisch rangehen. Ich habe mich viel mit dem Thema Prioritäten beschäftigt und mir jeden Tag überlegt, welche eine Sache mich weiter bringt.

Ich habe in dieser Phase mehr Hirnschmalz investiert als vorher und mir immer sehr genau überlegt, wie mein nächstes Ziel aussieht und wie ich es ohne großen Zeit- bzw. finanziellen Aufwand erreiche. Ich kann dir sagen, diese Herangehensweise hat manches in einem anderen Licht erscheinen lassen – aber es war ein Schritt-für-Schritt-Programm, das mich immer weiter nach vorne brachte.

Gepaart mit einer ungeheuren Motivation, die mir natürlich auch geholfen hat – denn nach den Jahren auf Baby-Sparflamme wollte endlich wieder richtig mitmischen – bin ich heute sehr zufrieden mit dem Stand.

Und ich habe gelernt, dass man auf vielfältige Weise voran kommen kann – jede Phase braucht eine spezielle Herangehensweise. Und rückblickend kann ich sagen, dass genau diese Erkenntnis eine Unternehmerin ausmacht:

Erkenne, was dich zum jetzigen Zeitpunkt am ehesten wachsen lässt!

2 Kommentare
  1. Michaela sagte:

    Hallo Bianca,
    das liest sich sehr schön – das waren gute und sinnvolle Investitionen in dein Business. Ich hab die Babypause genutzt, um nochmals auf die Uni zu gehen, um mich weiterzubilden. War zwar eine sehr intensive und nächteraubende Zeit neben 3 kleinen Rackern, aber es hat sich gelohnt. Bin sehr zufrieden und glücklich mit dem, was ich heute mache. Beides: Kinder und die Selbständigkeit.

    Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg, glg aus Wien
    Michaela

    Antworten
    • Bianca sagte:

      Liebe Michaela,

      Weiterbildung ist für mich immer noch die Königsdisziplin der Investitionen – mal kostet sie Zeit, mal Geld und immer Köpfchen. Hut ab, dass du das mit den Kindern durchgezogen hast! Und man merkt, dass du glücklich mit deiner Selbständigkeit bist :-)

      Viele Grüße,
      bianca

      Antworten

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