Kunden durch Kooperationen

Braucht man Kooperationen?

Kooperation (lateinisch cooperatio ‚Zusammenwirkung‘, ‚Mitwirkung‘) ist das zweckgerichtete Zusammenwirken von Handlungen zweier oder mehrerer Lebewesen, Personen oder Systeme, in Arbeitsteilung, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. (Quelle: Wikipedia)

Wenn ich in meinen Coachings zu einer stärkeren Spezialisierung und einer spitzeren Zielgruppe rate, dann höre ich eigentlich jedes Mal den Einwand: „Aber dann verliere ich doch die Kunden, denen ich nicht mehr mein ganzes Wissen, mein ganzes Leistungsspektrum anbieten kann.“ Stimmt! Aber…

…das lässt sich ausgleichen! Wie? Durch Kooperationen!

Ja, du gibst zwar einen Teil deiner Kunden an den Kooperationspartner, der das anbietest, was du nicht (mehr) machst, weiter, aber er tut das gleiche und so bekommst auch du neue Kunden – und zwar für die Leistung, in der du Experte bist und die dir am ehesten liegt.

Auch wenn du vieles kannst oder vieles magst – richtig gut bist auch du nur auf wenigen Gebieten. Und auf diese solltest du dich konzentrieren.

 

Die Angst, sich die Konkurrenz ins Boot zu holen, bei

Kooperationspartnern mit einem fast gleich gelagerten Angeboten,

ist nachvollziehbar. Aber auch hier könnten sich Vorteile ergeben. So könntet ihr eure Ressourcen bündeln und größere Aufträge annehmen als alleine möglich wären. Die Produktivität steigt bei geringerem Zeiteinsatz. Auch könnt ihr bei Unterkapazitäten an Kooperationspartner verweisen (durch Krankheit, Urlaub, zuviel Kunden). Aber ich verstehe, dass die Hürde bei gleichem Angebot groß und solche Kooperationen nicht gerade beliebt sind.

Besser sind Kooperationspartner mit ähnlichem, sich ergänzenden Angebot.

Gemeinsam könnt ihr neue Produkte anbieten, die das Spezialwissen von mehreren beinhalten. Durch vor- oder nachgelagerte Leistungen schiebt ihr euch gegenseitig neue Kunden zu – geschieht dies auf Provisionsbasis verdient ihr dann bei Aufträgen gleich mit. So könnt ihr an Kunden kommen, die ihr vorher nicht oder nur schwer erreicht hättet.

 

Und ich finde es grauenhaft, wenn ich Kunden wegschicken muss, weil ihre Anliegen nicht in mein Fachgebiet fallen. Ihr könnt diese Kunden dann guten Gewissens an eure Partner weiterleiten. Der wird es euch danken und die Kunden haben nicht euer „Nein“ im Hinterkopf. Win – win – win also!

 

Selbst wenn es kaum Überschneidungen im Leistungsspektrum gibt, können Kooperationen sinnvoll sein, wenn es um die gleiche Zielgruppe geht.

Ihr könnt gemeinsame Werbeaktionen starten, euch Kosten teilen und habt gemeinsam eine größere Reichweite.

 

Folgende Vorteile habt ihr jedenfalls bei allen Arten von Kooperationen:

Ihr gewinnt Know-how dazu und könnt so die Qualität von euren Produkten verbessern.

Manchmal kann das Leben als Einzelunternehmer auch einsam machen – kein Feedback, kein Austausch mit Kollegen – durch Kooperationspartner gibt es kein Alleingang mehr – ihr findet Unterstützung, Rat, eine zweite Meinung.

 

Allerdings sind Kooperationen nicht immer einfach. Es gibt bestimmte Bedienungen zu erfüllen, damit eine Kooperation auch erfolgreich ist:

Folgendes solltet ihr bei euren Kooperationen beachten:

Wichtig sind gleiche Erwartungen und ähnliche Ziele. Wenn ein Partner erwartet, dass ihm in der Woche mehrere Kunden „zugeschustert“ werden, der andere sucht regen Austausch, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Redet also vorher über das, was ich euch von der Kooperation erhofft.

Womit wir schon bei der zweiten wichtigen Bedingung sind: Eine gute bis sehr gute Kommunikation! Sprecht vorher über eure Vorstellungen, läuft etwas zwischendrin nicht, redet rechtzeitig drüber und überprüft eure gemeinsamen Ziele immer mal wieder. Kommunikation zwischen Kooperationspartner ist das A&O eures gemeinsamen Erfolgs.

Achtet darauf, dass ihr ergänzende Fähigkeiten oder Leistungen habt. So profitiert ihr sowie eure Kunden am meisten von der ganzen Sache.

Im großen und ganzen sollte sich übrigens der Aufwand ausgleichen, den ihr beide in die Kooperations investiert. Sonst fühlt sich schnell einer ausgenutzt. Und natürlich sollten auch auch beide möglichst gleich von der Kooperation profitieren!

Eine finanziell erfolgreiche Kooperation kann nur zustande kommen, wenn ihr die gleiche oder zumindest eine ähnliche Zielgruppe habt. Es nützt nichts, wenn euch euer Kooperationspartner super sympathisch ist, ihr von der Leistung überzeugt seid, aber deren Kunden eure Leistung gar nicht brauchen!

 

Ich hoffe, ich habe euch von den Vorteilen einer Kooperation überzeugt (und nebenbei fällt es jetzt vielleicht reinigen leichter, sich auf nur eine Sache zu spezialisieren) :-)

Und jetzt sucht euch Gleichgesinnte, mit denen ihr gemeinsame Sachen macht!

7 Kommentare
  1. Heide Liebmann sagte:

    Ja, Kooperationen sind sehr sinnvoll! Sie bieten sich übrigens auch beim Marketing an, also dem gegenseitigen Bewerben von Leistungen oder Seminaren. Damit kann man seine Kreise deutlich erweitern.

    Sonnige Grüße
    Heide Liebmann

    Antworten
    • Bianca sagte:

      Hallo Heide,

      stimmt, eigentlich kann man von einer Kooperation nur profitieren – wenn man sich vertraut. Schön, dass es so viele gibt, die nicht immer Konkurrenz wittern, sondern auch die Vorteile vom Markt sehen :-)

      Liebe Grüße,
      Bianca

      Antworten
  2. Katja Schönefeld sagte:

    Huhu :)

    Danke für diesen Artikel, der es so gut trifft: Lieber miteinander als gegeneinander! Aber leider haben eben doch noch so viele Angst davor, mit direkten „Konkurrenten“ das Feld zu teilen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur bestätigen, dass derartige Kooperationen einem definitiv auch neue Auftraggeber bescheren, von denen man vielleicht sonst nichts gehört hätte.

    Liebe Grüße,
    Katja

    Antworten
    • Bianca sagte:

      Hallo Katja, danke dir für deinen Kommentar! Ich spreche auch lieber von Mitbewerbern als von Konkurrenten. Klar kann man immer auf die Nase fallen (wie immer im Leben), aber wenn man sich sympathisch ist und die Bedingungen passen, sollte man es einfach mal probieren!

      Antworten
      • Katja Schönefeld sagte:

        Huhu Bianca :)

        Für mich sind einfach alle Dozenten Kollegen *g*

        PS: Du hast Recht: Einfach probieren, denn negative Dinge (wie z. B. Diebstahl der Ideen oder Kunden), kann auch so immer passieren. Es kann quasi nur gut werden.

        Liebe Grüße,
        Katja

        Antworten
      • Andreas sagte:

        Hi,

        Ich habe im Laufe der Zeit auch die Erfahrung gemacht, dass oftmals das Bauchgefühl entscheidend ist und dass eine Kooperation auch von beiden gelebt wird. Wenn ich merke, dass die Kooperation einseitig ist und mein Partner nur nimmt statt auch mal etwas zu geben, dann suche ich mir einen anderen Partner. Ich arbeite aber auch mit einigen Leuten schon über viele Jahre zusammen, kann denen vertrauen und dann macht es Spaß!

        Grüße,
        Andreas

        Antworten
        • Bianca sagte:

          Hallo Andreas,

          Ja, so macht es nicht nur Spaß, sondern bringt auch das eigene Business voran. Und das nicht nur durch neue Kunden. Mich reizt immer der Punkt mit dem neuen „Know-How“ am meisten :-).

          Danke für deinen Kommentar und viel Spaß bei weiteren Kooperationen!
          Bianca

          Antworten

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