Planbares Einkommen

Wie du auch als Selbständige ein monatlich planbares Einkommen generieren kannst

Gehörst du auch zu den Selbständigen, die ihr Einkommen überhaupt nicht planen können und nicht sicher sind, ob bzw. was sie im nächsten Monat verdienen?

Dann möchte ich dir meine Vorgehensweise vorstellen. Ich zeige dir, wie ich es schaffe, monatlich ein gesichertes Einkommen zu haben.

Eins vorneweg: Natürlich schwankt auch mein Einkommen übers Jahr hinweg. Das liegt zum einen an umsatzschwachen Zeiten (bei mir z.B. Weihnachten) und zum anderen an Zeiten, in denen ich selber nicht so viel arbeite (in den Sommerferien).

Eine feste Summe jeden Monat wie bei meinem früheren Gehalt habe ich natürlich nicht. Aber nachdem es Monate gab, in denen ich nicht wusste, welche meiner Rechnungen ich im nächsten Vierteljahr zahlen konnte, habe ich mir einen Weg überlegt, um das Ganze planbarer zu machen.

Diese 4 Schritte möchte ich dir nicht vorenthalten, denn das Gefühl, finanziell nicht völlig im Dunklen zu tappen, ist ziemlich cool :-).

Schritt 1: Mehrere Einkommenssäulen

Mein Einkommen setzt sich aus den folgenden drei Säulen zusammen: Coaching, Gruppenevents und Produktverkäufe. Wenn du Dienstleister bist, kann ich dir diese Mischung nur wärmstens empfehlen.

Der größte Teil macht bei mir die 1-zu-1-Arbeit aus, das ist meine Grundlage und läuft bis auf die oben erwähnten Monate Juli und Dezember durchs Jahr konstant durch. Wenn ich weniger coache, plane ich Workshops, bei denen zwar der Einzelpreis geringer ist, aber durch die Anzahl der Teilnehmer komme ich trotzdem auf eine gute Summe. Wenn ich gar nicht aktiv selber arbeite, pushe ich den Produktverkauf. Diesen kann ich gut vorbereiten mit Emails, Anzeigen etc.

Bei dir kann die Stückelung durchaus anders aussehen. Du verdienst einen Großteil mit deinen Produkten? Dann könnten 1-zu-1-Beratungen oder Gruppenworkshops eine geeignete Ergänzung sein.

Schritt 2: Rückwärtsrechnung

Weißt du eigentlich, welche Summe du im Monat brauchst, um zumindest kostendeckend zu sein? Kein Gewinn zu machen ist schon doof, aber einen Monat draufzahlen zu müssen, ist noch viel schlimmer. Es gibt immer noch viele Unternehmer, die keine Ahnung von ihren Zahlen haben oder nur eine ungefähre Ahnung. Fatal!

Nachdem du dir klar bist, wie viel Geld du in den kommenden Monaten konkret mindestens brauchst, teilst du diese Summe auf deine Säulen auf. Welche Säule soll dir im nächsten oder übernächsten Monat wie viel Geld bringen? Beispiel: Von den xx € , die du brauchst, kommen in der Regel immer etwa 50% über deine eigentliche Dienstleistung rein, dann könntest du noch 25% über ein bis zwei Workshops einnehmen, weitere 20% über Produktverkäufe. Reicht noch nicht? Dann schau mal in den Kleiderschrank und mache dich mit Ebay bekannt :-).

Du hast keine eigenen Produkte? Such dir passende von anderen Anbietern, die du über Provision verkaufst oder als Affiliate an den Mann bringst. Oder du erschaffst bis dahin ein eigenes!

Planbares Einkommen

Schritt 3: Planen

Womit wir beim Planen wären. Deine Erfahrung sagt, dass du zwar ein super Weihnachtsgeschäft hast, aber der Januar sieht dann mau aus? Plane rechtzeitig (mindestens drei Monate vorher), womit du deinen Umsatz in diesem Monat ankurbeln könntest. Gibt es ein Special Thema oder ein besonders Produkt, das zum Jahresanfang passt?

Bei mir sind die Coachings im Dezember wie gesagt etwas weniger (eigener Vor-Weihnachtsstress und auch der meiner Kunden), also plane ich Ende November /Anfang Dezember Workshops ein, um den fehlenden Coaching-Umsatz im Dezember auszugleichen. Deine Beratungen funktionieren im Dezember nicht so gut, du hast aber passende Produkte zu deinem Thema? Bastle irgendwie ein nettes Weihnachtsgeschenk draus. Weihnachten wird immer gekauft!

Du bietest noch keine Workshops? Dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um einen zu planen. Du hast noch kein eigenes Produkt? Dann aber mal los!

Schritt 4: Aktiv pushen

Der letzte Schritt ist, genau diese „Lückenfüller“ aktiv zu bewerben und zu vermarkten. Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Vermarktung dieser einzelnen Säulen.

Aus diesem Grund stolpern meine Leser im Moment ständig und überall über meinen Workshop „Zeige deine Positionierung – Optimiere deine Homepage“ am 26.9., denn zwei Wochen Herbstferien ohne Coaching stehen bevor :-).

Du hast nur eine Einkommenssäule? Dann arbeite mit Specials. Wenn du nur deine üblichen Angebote bewirbst, kann es sein, dass deine Kunden oder potentielle Kunden dies als nichts Besonderes wahrnehmen und nicht drauf anspringen. Wenn du dich aber auf ein ganz tolles und einmaliges Special fokussierst, kannst du damit mehr Rummel machen und mehr Kunden anziehen. Immerhin funktioniert der Faktor Verknappung bei vielen Menschen. Wenn du dein Special nur für kurze Zeit anbietest, kaufen sicher ein paar mehr. Aber Achtung: Das Special sollte es dann wirklich nur für kurze Zeit geben, sonst fühlen sich die Käufer veräppelt!

P.S.: Ich weiß, ein planbares, regelmäßiges und ausreichendes Einkommen zu schaffen, ist nicht so einfach, wie es sich hier anhört. Es gehört jede Menge Vorbereitung, Mut, Aktivität und „Richtig machen“ dazu. Aber es ist möglich! Mir geht es vorrangig darum, dass du dich nicht einfach mit der Unsicherheit zufrieden gibst und denkst, du hättest keinen Einfluß auf dein zukünftiges Einkommen. Schaffe dir Einkommensquellen, die von deiner Aktivität abhängen. Mach dich nicht davon abhängig, dass die Kunden von alleine kommen, sondern nimm dein Glück und dein Einkommen selbst in die Hand!

6 Kommentare
  1. Andreas sagte:

    Wow, wirklich sehr hilfreich! Ich sehe die mehreren Säulen ebensalls als super gut an, ich habe momentan zwei, über die Einkommen entsteht, weitere sind in Planung, bzw. sollten noch anfangen zu laufen. Ich liebe dieses Gefühl, nicht von einer einzigen Sache abhängig zu sein. Produktverkauf gehört auch dazu.
    Das eizige was ich hier einwenden muss, dass man diese Art Planung erst machen kann, wenn man schon Erfahrungen gesammelt hat, wie etwas läuft. Also wer am Anfang steht, hat es glaube ich immer risikoreich… (-;

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    • Bianca sagte:

      Hallo Andreas, du hast natürlich Recht – am Anfang ist alles etwas unbestimmter. Und selbst bei „alten Hasen“ läuft nicht immer alles nach Plan :-). Aber die Grundzüge von mehreren Einkommensquellen und Planung sollte man auch zu Beginn berücksichtigen und grundsätzlich kann man sich auch mal bei der Konkurrenz umschauen (was z.B. Preise von Workshops angeht). So kann man auch mit fehlenden Erfahrungswerten arbeiten und lernen. Danke dir für dein Kommentar. Liebe Grüße, Bianca

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  2. Theresa sagte:

    Danke für den tollen Beitrag, finde das Thema auch sehr wichtig. Sind deine Workshops Online oder Offline? Wie ist deine Erfahrung mit dem relativen Aufwand der Vermarktung dieser 3 Säulen? Danke für deine interessanten Tipps! Alles Liebe, Theresa

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    • Bianca sagte:

      Liebe Theresa, ich biete die Workshops sowohl online als auch offline an – etwa 2/3 zu 1/3. Der Aufwand spiegelt sich im Preis. Bei Affiliates und meinem Kurs ist er sehr gering (automatisiert, bzw vorgeplant) und steigert sich bis zu den Coachings. Ich denke bei uns Dienstleistern sind wir mit 30% anrechenbarer Zeit schon SEHR gut! Der Rest ist Akquise…

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  3. Sonia Jaeger sagte:

    Danke für diese Anregungen! Gerade das Vorausplanen und wissen, wie viel man braucht finde ich ungemein wichtig.
    Ich bin bisher mit meinen Einzelberatungen so gut ausgelastet, dass ich mich gerade mit Workshops etc. zurück halte, aber im nächsten Winterloch (das Sommerloch blieb bei mir dieses Jahr aus), wer weiß… Vielleicht nehme ich mir dann aber auch einfach eine Auszeit und mach einfach etwas weniger ;) Liebe Grüße!

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    • Bianca sagte:

      Wenn die Auslastung gut ist und auch vorhersehbar für die nächsten zwei bis drei Monate, dann ist ja alles ok. Aber vielen geht es leider nicht so gut :-). Ich finde Auszeit hört sich gut an – Workshops aber auch (die mache ich nämlich fast genau so gerne…).

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